Mit dem Schraubenschlüssel nach Frankreich

Kfz-Azubis auf europäischer Lernreise 

Europa erleben, beruflich wachsen und Neues wagen – vier Auszubildende der Kfz-Abteilung des Berufskollegs Technik Siegen konnten all das dank Erasmus+ verwirklichen. Aus einer ersten Idee wurde ein lebendiges Austauschprojekt, das zeigt, wie bereichernd internationale Berufsbildung sein kann. 

Austausch über Grenzen hinweg 

Nach ersten Online-Treffen mit der französischen Partnerschule in Saumur stand fest: Der Austausch findet statt. Trotz anfänglicher Sprachsorgen entschieden sich vier Auszubildende mutig für das Abenteuer. 

Im März 2025 kamen zunächst vier französische Schüler nach Siegen. Die Betriebe VW Walter Schneider und BMW Wahl nahmen sie herzlich auf. In den Werkstätten arbeiteten die Gäste aktiv mit, lernten moderne Diagnosetechnik kennen und erlebten den deutschen Ausbildungsalltag. Auch im Berufskolleg Technik tauschten sie sich mit den deutschen Klassen über Technik, Ausbildung und Alltag aus – schnell entstanden echte Freundschaften. 

Gut vorbereitet nach Frankreich 

Damit der Gegenbesuch gelingt, reisten Stefan Weidmann und Tanja Gräbener vom BKT Siegen vorab nach Saumur, besichtigten Schule und Betriebe und klärten organisatorische Fragen. Diese Vorbereitung gab den deutschen Auszubildenden Sicherheit für ihren Aufenthalt. 

Lernen, Arbeiten und Leben in Frankreich 

Im Oktober 2025 starteten die vier Azubis nach Frankreich. In Peugeot-, Renault- und Nissan-Werkstätten arbeiteten sie im Team mit ihren französischen Kolleginnen und Kollegen, lernten neue Arbeitsweisen kennen und verbesserten ganz nebenbei ihre Sprachkenntnisse. 

Auch der Unterricht an der französischen Berufsschule bot spannende Einblicke in andere Ausbildungsmethoden. Abseits der Werkstatt lernten die Jugendlichen, sich in einer neuen Umgebung zurechtzufinden und kulturelle Unterschiede als Bereicherung zu erleben. 

Ein besonderes Highlight war der Besuch der Automobilmesse Equip Auto in Paris – ein Blick in die Zukunft der Fahrzeugtechnik und ein eindrucksvolles Beispiel für die europäische Vernetzung der Branche. 

Europa erleben – fachlich und kulturell 

Neben dem beruflichen Lernen bot der Austausch auch kulturelle Höhepunkte: ein Tag auf der Rennstrecke von Le Mans sowie der Besuch der berühmten Reitschule Cadre Noir in Saumur. Beide Erlebnisse zeigten, wie vielfältig und inspirierend europäische Begegnungen sein können. 

Fazit: Erasmus+ bewegt 

Der Austausch hat die vier Auszubildenden fachlich, sprachlich und persönlich wachsen lassen. Sie kehrten mit neuem Selbstbewusstsein, wertvollen Erfahrungen und dem Gefühl zurück, Teil eines größeren europäischen Ganzen zu sein. 

Erasmus+ ist damit weit mehr als ein Förderprogramm: Es ist ein Motor für die Zukunft junger Menschen – und manchmal beginnt diese Zukunft mit einem Schraubenschlüssel in der Hand. 

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